Alpenverein Sektion Markt Schwaben

Julische Alpen

Wir – Konrad, Christian und Lutz – trafen uns Donnerstag Nachmittag zur knapp 4 stündigen Fahrt über die Tauern-Autobahn und den Wurzenpass in die Julischen Alpen. Von Mojstrana kann man mit Auto ins 10 km lange Vrata-Tal direkt bis 500m vor die Hütte Aljazev dom (ca. 1000m) fahren – keine Maut und kein Parkplatzwächter!

Wir freuten uns auf einen Höhepunkt im Tourenjahr, denn Ziel am nächsten Tag sollte die Škrlatica (2740m) sein – auch Frau des Triglav genannt, da der Berg genau gegenüber der mächtigen Nordwand des höchsten Berges der Julischen auf der anderen Talseite steht. Mit der Hüttenwirtin konnten wir eine Frühstückszeit von 6:30 Uhr aushandeln. Wir wären gern früher gestartet, was aber Verzicht auf Frühstück bedeutet hätte… Aus schönem Buchenwald ging es bereits mit kräftiger Sonneneinstrahlung zügig und steil bergauf, der markierte Pfad führt durch eine interessante Fels-Szenerie zunächst auf den ersten grasigen Balkon auf ca. 2000m nahe einer Biwakschachtel.

Nach felsiger Querung erreichen wir bald ein steiles Schneefeld über das wir mit Pickel zum Hochkar vor dem eigentlichen Gipfelaufbau gelangten (Brotzeit). Dort verlief sich die rote Markierung unter dem Schnee und wir rätselten, wo uns wohl der weitere Aufstieg hinführen würde? Am rechten Rand des Schuttkares treffen wir schließlich wieder auf rote Farbkreise, die den Beginn des leichten Klettersteiges markierten. Ohne Klettersteigset aber mit Helm führte uns der mit Drahtseilen gesicherte Weg über die Kalkfelsen auf den zweithöchsten Gipfel Sloweniens der schönen Škrlatica (= „Scharlachroten“), wo wir uns unter dem prächtigem Gipfelkreuz stolz gratulieren konnten für geschaffte 1700 hm. Nebelschwaden verdeckten leider einen Teil der Aussicht.

Nach Rückkehr zum Brotzeitplatz stand uns nun der lange Weg zur Hütte Pogacnikov dom bevor, da wir eine Biwakschachtel-Nacht vermeiden und unseren Knien auch keinen 1700 hm-Abstieg zumuten wollten. Ein Hochpass (300m Gegenanstieg) verlangte nochmal konzentriertes Steigen mit dem Pickel, ehe es im ständigen Auf und Ab dem Ziel entgegen ging. Zum Glück hielt das Wetter – keine Gewittergefahr! 2200hm in den Beinen hatte von uns keiner mehr Lust, den am Weg liegenden Gipfel Kriz mitzunehmen. Unterhalb grüßte ein noch zugefrorener See bevor unsere Hütte auftauchte. Ihr glaubt gar nicht, wie gut an diesem Abend das slowenische Zlatorog-Bier schmeckte!

Am Samstag Vormittag setzen wir unsere Runde mit dem Abstieg und der Rückkehr ins Vrata-Tal fort. Konrad machten hierbei leider die Bandscheiben zu schaffen, auch Christian und Lutz waren froh, nachdem das Aljazev dom wieder in Sichtweite kam. Den sonnigen Nachmittag machten wir die Beine lang im ausgetrockneten Fluss-Bett, zogen mit Fotoapparat durch das wundervolle Tal und spürten den Verschwinde-Punkt des Bachs oberhalb des Partisanen-Denkmals mit dem überdimensionalem Karabiner auf. Ein abendliches Gewitter beendete schließlich die Schönwetterphase. Danach gab es noch eine gelungene Helikopter-Bergung von zwei slowenischen Kletterern aus der Triglav-Nordwand zu beobachten.

Sonntags regnete es mit kurzen Pausen, von denen wir eine nutzen, um den sehenswerten Wasserfall im Vrata-Tal zu begutachten, ehe es zurück in Richtung Kärnten und Heimat ging. Im nächsten Jahr planen wir bestimmt wieder eine schöne Tour in die Julischen!

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